Bluthochdruck - Die unterschätzte Gefahr
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Herz-Kreislauf-Erkrankungen sind sehr verbreitet.
So leidet zum Beispiel fast jeder Zweite in der Bevölkerung ab dem 50. Lebensjahr unter Bluthochdruck.
Auf Grund von Erkrankungen des Herz-Kreislauf-Systems versterben laut Statistik jährlich mehr als 400.000 Menschen.
Schleichende Erkrankung
Trotz der Gefährlichkeit der Erkrankung beginnt Bluthochdruck (arterielle Hypertonie) für den Patienten meist unbemerkt und ohne Symptome. Treten nach mehrjährigem Krankheitsverlauf Beschwerden auf, sind diese meist uncharakteristisch wie zum Beispiel Kopfschmerzen, Nasenbluten oder Ohrensausen. Wird Bluthochdruck nicht wirksam behandelt, entwickeln sich als Folge davon Organveränderungen. Diese treten in erster Linie am Herz- und Gefäßsystem, dem Gehirn sowie an den Nieren auf. Folgeerkrankungen einer unbehandelten Hypertonie können zum Beispiel Herzinfarkt oder auch ein Schlaganfall sein. In den westlichen Industrieländern sterben heute mehr Menschen an den Folgen der Hypertonie als an Krebs.
Pumpe im Körper
Das Herz arbeitet wie eine Pumpe mit einer Förderleistung von etwa 7000 Litern pro Tag. Etwa 2,5 Milliarden Mal schlägt das Herz im Laufe eines Lebens. Durch das Zusammenziehen des Herzmuskels wird das Blut durch die Schlagadern (Arterien) des Körpers gepumpt. Das Gefäßsystem setzt dem eindringenden Blut einen bestimmten Widerstand entgegen, ähnlich einem Gartenschlauch, bei dem auch das Wasser gegen einen Widerstand durch eine Röhre gedrückt wird. Beides, also die Pumparbeit des Herzens und der Gefäßwiderstand zusammen bewirken das, was man als Blutdruck misst. Angegeben wird der Druck in „mm Hg“. Bei jedem Menschen ändert sich der Blutdruck im Laufe des Tages. Er sinkt bei körperlicher und seelischer Ruhe und steigt bei Anstrengung, Aufregung und nach den Mahlzeiten. Bei Bluthochdruck mit Krankheitswert hingegen ist der Blutdruck dauerhaft erhöht.
Blutdruckmessung
Bei der Blutdruckmessung werden zwei Werte ermittelt, nämlich ein oberer Wert (Systole) und ein unterer Wert (Diastole). Die Systole entspricht den Druckverhältnissen in der Arterie im Moment des Zusammenziehens des Herzmuskels. Sobald der Herzmuskel sich entspannt sinkt der Blutdruck auf die Diastole ab. Die Obergrenze der normalen Blutdruckwerte liegt bei einem Erwachsenen bei 140/90 mm Hg. Von Grenzwerthypertonie spricht man bei Werten bis 160/95 mmHg. Liegen die Werte bei mehrfacher Messung immer um oder sogar über 160/95 mm Hg, besteht ein nennenswerter Bluthochdruck. Um Bluthochdruck sicher diagnostizieren zu können, sind wiederholte Blutdruckmessungen an verschiedenen Tagen und möglichst zu unterschiedlichen Tageszeiten notwendig. Zur Diagnosenstellung sind auch unbedingt ein ausführliches Arztgespräch und eine körperliche Untersuchung notwendig. Je nach Indikation können Laboruntersuchungen und Apparatemessungen hinzutreten.

