Feuchtarbeit in Küchen
Aus DiemerWiki
Fleisch schneiden, Gemüse waschen, spülen, aufwischen...
Der ständige Kontakt mit Wasser hinterlässt Spuren auf der Haut und begünstigt die Entstehung von Hautkrankheiten. Schutzmaßnahmen helfen, Belastungen zu vermindern.
Was ist Feuchtarbeit?
Feuchtarbeit, d.h. regelmäßiges Arbeiten mit Wasser, Reinigungs- und Desinfektionsmitteln, feuchten Lebensmitteln, bzw. häufiges Händewaschen oder langes Tragen flüssigkeitsdichter Handschuhe bei der Arbeit, begünstigt die Entstehung von Hautkrankheiten. Um Hauterkrankungen durch Feuchtarbeit zu mindern, sind besondere Arbeitsschutzmaßnahmen (Technische Regeln für Gefahrstoffe/ TRGS 531) erforderlich.
Gefährdungen ermitteln, beurteilen, Schutzmaßnahmen festlegen.
Nach Arbeitsschutzgesetz und Gefahrstoffverordnung gehört die Gefährdungsbeurteilung zu den erforderlichen Maßnahmen, um den Arbeitsschutz zu verbessern. Stellen Sie in Ihrer Küche fest, ob und für welche Beschäftigten eine Hautgefährdung durch Feuchtarbeit und hautschädigende Arbeitsstoffe besteht. Um die Belastungen zu reduzieren, sind zunächst alle technischen Schutzmaßnahmen, wie Putzautomaten oder automatische Topfspülen und organisatorischen Maßnahmen zu prüfen. Beispielsweise unvermeidbare Feuchtarbeit auf mehrere Beschäftigte verteilen, Wechsel zwischen Feucht- und Trockenarbeit, Arbeitsplatzrotation. Lassen sich die Belastungen durch diese Maßnahmen nicht vermeiden, sind persönliche Schutzmaßnahmen bereit zu stellen. Zum Beispiel
- geeignete Schutzhandschuhe
- spezielle Hautschutz-, bzw. schonende Hautreinigungs- und Hautpflegemittel
Handschuhe - ja, aber...
Feuchtigkeitsdichte Handschuhe belasten die Haut, wenn sie über einen längeren Zeitraum getragen werden. Hygienehandschuhe sollten nur dann getragen werden, wenn die Händereinigung bzw. Händedesinfektion und/oder die Verwendung von Hilfsmitteln lebensmittelhygienisch nicht ausreichen. Auch bei Schutzhandschuhen ist zu prüfen, ob die Haut durch das Tragen stärker geschädigt wird, als durch den Arbeitsstoff selbst. Sprechen Sie mit Ihrer Hygienefachkraft und lassen Sie sich bei der Auswahl von Schutzhandschuhen und Hautmitteln von Fachkräften für Arbeitssicherheit sowie Betriebsärzten beraten. Neben einem Hautschutzplan empfehlen wir, diejenigen Tätigkeiten, bei denen feuchtigkeitsdichte Handschuhe getragen werden müssen, z.B. in einem speziellen Handschuhplan festzulegen.
Auch die besten Arbeitsschutzmaßnahmen greifen nur, wenn die Beschäftigten "mitziehen"
Informieren Sie Ihre Beschäftigten ausführlich und in verständlicher Form über Hautgefährdungen durch Feuchtarbeit und Arbeitsstoffe sowie erforderliche Schutzmaßnahmen. Zum Beispiel an Hand von Betriebsanweisungen und Unterweisungen. Beteiligen Sie Ihre Beschäftigten dabei, erforderliche Schutzmaßnahmen auszuwählen und festzulegen.
Funktioniert's?
Greifen die Maßnahmen, werden sie von den Beschäftigten angenommen und umgesetzt? Wenn nicht, muss nachgebessert werden. Nicht zu vergessen - regelmäßige arbeitsmedizinische Untersuchungen der Haut helfen, Hautveränderungen oder eine Minderbelastbarkeit der Haut frühzeitig zu erkennen und vorbeugende Maßnahmen zu ergreifen.
Hautschutzberatung
BG-Regeln richten sich in erster Linie an den Unternehmer und sollen ihm Hilfestellung bei der Umsetzung seiner Pflichten aus staatlichen Arbeitsschutzvorschriften und/oder BG-Vorschriften geben sowie Wege aufzeigen, wie Arbeitsunfälle, Berufskrankheiten und arbeitsbedingte Gesundheitsgefahren vermieden werden können. Hautschutz ist der Schutz des Hautorgans vor beruflichen Schädigungen durch die Anwendung äußerlich auf die Haut aufzubringender Mittel. Hautmittel sind alle Mittel, die den Zweck des Hautschutzes erfüllen
- Hautschutzmittel sind Hautmittel, die vor einer hautbelastenden Tätigkeit auf die Haut aufgetragen werden
- Hautpflegemittel sind Hautmittel, die nach einer hautbelastenden Tätigkeit auf die saubere Haut aufgetragen werden
- Hautreinigungsmittel sind Hautmittel, die nach einer hautbelastenden Tätigkeit auf die Haut angewandt werden
- Hautschutzmittel gehören zum Bereich der persönlichen Schutzausrüstungen
Ihre Anwendung wird in einen Hautschutzplan eingebunden.
Dieser umfaßt unter anderem die folgenden Stufen:
- Spezieller Hautschutz
- Gezielte und schonende Hautreinigung
- Wirksame Hautpfle
