Gesundheitstipps - Fußschutz
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Erreger lauern überall
Bei Kindern sind sie selten, mit dem Alter nehmen sie jedoch zu: Fuß- und Nagelpilzerkrankungen. Ein knappes Drittel aller Deutschen leidet darunter, und Männer sind davon stärker betroffen als Frauen.
Allein der hartnäckige Nagelpilz soll der "Foot-Check- Studie" aus dem Jahr 2000 zufolge bei 12,4 Prozent aller Deutschen festgestellt worden sein. 10.339 Personen hatten sich damals an der Befragung beteiligt. Damit ist der Nagelpilz deutlich auf dem Vormarsch: 1993 litten demgegenüber nur 2,4 Prozent der 35 bis 50-jährigen und 4,7 Prozent der über 60-jährigen darunter.
Fußpilz liebt feuchtwarmes Klima Krankheitsauslösende Pilze kommen fast überall vor und können als Sporen monatelang in unserer Umwelt überleben! Für die Entwicklung des Fußpilzes ist das feuchtwarme Klima im Schuh entscheidend. Aus Sicht des Gesundheitsschutzes bei der Arbeit steht somit das Tragen von Sicherheitsschuhen im Fokus. Dies fördert, vor allem in warmer Umgebung und bei schwerer körperlicher Arbeit, die Schweißbildung. Zwar ist das Schuhwerk in Sachen Schweißaufnahme und Feuchtigkeitsdurchlässigkeit normgerecht geprüft; allerdings sind diese Prüfwerte als niedrig und unzureichend einzustufen, weil sie vermehrtes und langfristiges Schwitzen nicht verhindern. Schweißfüße sind nahezu zwangsläufig die Folge, wobei die Fußhaut aufweicht und die Erreger somit optimale Wachstumsbedingungen vorfinden.
Aus diesem Grunde sollten möglichst viele der zur Verfügung stehenden Maßnahmen zusammen greifen, um die Dazu gehört:
- die konsequente Fußhygiene, also die Füße und die Zehenzwischenräume regelmäßig waschen und gut abtrocknen,
- der Einsatz von Fußpflegemitteln, die zum Teil auch geringe Mengen an pilzunterdrückenden Substanzen beinhalten,
- das möglichst häufige Tragen offener Schuhe, vor allem im Privatbereich,
- das Tragen von Funktionssocken, die sich nicht mit Schweiß voll saugen, sondern die Feuchtigkeit ableiten (neu sind die aus einem silberhaltigen Faden gestrikkten „Silbersocken“ mit oberflächendesinfizierender Wirkung; In gleicher Weise funktionieren so genannte „Silbercremes“),
- die Verwendung schweißaufnehmender Einlagen, die während einer Schicht gegen trockene Einlagen ausgewechselt werden können,
- ausreichend Platz im Schuh (richtige Passform, Komfort),
- das Bereithalten eines zweiten Schuhpaares, vor allem bei ungenügender Schweißabgabemöglichkeit für den Wechsel während der Schicht,
- die Verwendung von Schuhen mit Bohrungen in der Sohle (seitlich oder auch im Bereich der Vorderfuß- Lauffläche), durch die Wasserdampf über Mikropormembranen entweichen kann.
Diese Membranen verhindernauch das Eindringen von Wasser von außen (ob derartige Schuhe im Betrieb zulässig sind, ist bei der Fachkraft für Arbeitssicherheit oder Betriebsarzt zu erfragen!) Diese Alternative darf natürlich nicht den im jeweiligen Betrieb gestellten Anforderungen an die PSA zuwiderlaufen:
das Trocknen feuchter Schuhe über Nacht in einem geeigneten Raum (die Industrie bietet dafür zum Teil sogar trocknende Schuhgebläse an),
das Desinfizieren von Schuhen und Strümpfen bei bereits aufgetretenen Pilzinfektionen im Fußbereich (Pilze werden erst beim Waschen mit 60°C abgetötet),
das Tragen von Badesandalen in Gemeinschaftsduschen.
Zudem sei darauf hingewiesen, dass besonders von geliehenen Schuhen eine große Gefahr der Pilzinfektion ausgeht. Dem RTL Magazin „Extra“ zufolge sollen in etwa 60 Prozent der Leihschuhe (Skischuhe / Bowlingschuhe / Schlittschuhe) Pilze oder Pilzsporen gefunden worden sein. Genetische Veranlagung entscheidend
Der Nagelpilz ist zumeist eine Komplikation des Fußpilzes. Seine Ursachen sind vielfältig, lassen sich aber in eine Rangfolge einordnen. Demnach spielt die familiäre Veranlagung die wichtigste Rolle, gefolgt von Fußfehlstellungen und der Benutzung öffentlicher Duschen.Auch enge Schuhe, Diabetes mellitus, Gefäßveränderungen, Nervenstörungen und wiederholte Verletzungen können die Entwicklung von Nagelpilz begünstigen. Selbstheilungstendenzen gibt es leider keine, im Gegenteil, einmal eingenistet breiten sich die Pilze eher aus. Erschwerend kommt hinzu, dass sich recht widerstandsfähige Sporenformen der Pilze in Hohlräume unter dem Nagel zurückziehen und dort von pilzabtötenden Mitteln (Antimykotika) nicht angegriffen werden können. Die Aussicht auf eine vollständige Heilung ist somit auch bei Anwendung modernster Antimykotika enttäuschend gering. Selbst bei Gabe pilzabtötender Tabletten liegt die Wahrscheinlichkeit dafür nur bei 23 bis 55 Prozent. Nahezu genauso hoch ist aber die Rezidivrate, also die Wahrscheinlichkeit für ein Wiederaufflackern der Pilzerkrankung.
Dr. Hans-Georg Englitz: Der Fußpilz (Tinea pedis) …… ist eine Pilzinfektion der Zehenzwischenräume und Fußsohlen durch Dermatophyten, also durch Fadenpilze, die sich speziell in Hornmaterial ausbreiten und Haut und Hautanhangsgebilde befallen. Für den Ausbruch der Erkrankung ist ein feuchtes Milieu verantwortlich, das besonders in den eng stehenden äußeren Zehenzwischenräumen und bei mangelnder Abdunstung durch die Kleidung gegeben ist. Die Erkrankung ist durch Rötung, Nässen, Schuppung, Blasenbildung und Juckreiz gekennzeichnet. Sie kann mit einer begleitenden unterschiedlich starken Entzündungsreaktion einhergehen. Zur Absicherung der Diagnose ist der Arzt aufzusuchen. Für diesen ist neben dem klinischen Erscheinungsbild der mikroskopische Pilznachweis entscheidend. Die Anlage einer Kultur ist in unklaren Fällen und zur Differenzierung des Erregers empfehlenswert oder notwendig. Die Therapie erfolgt medikamentös durch Antipilzmittel (Antimykotika) und durch Trockenlegung (Stoffstreifeneinlage, Puder, angepasste Kleidung). Bei starken Entzündungen sollte zunächst die Entzündung bekämpft werden (Bäder). Häufig heilen Erstinfektionen bei jungen Menschen aber auch von selber ab und hinterlassen eine lange Immunität. Auch bei der Prophylaxe ist auf die Trokkenhaltung der Zwischenzehenräume zu achten. Desinfizierender, stark wasserabweisender Puder und atmungsaktive Kleidung sind ratsam.
Quelle: www.onmeda.de

