Steharbeitsplätze

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Reine Steharbeitsplätze sind eine Belastung

Wenn Monika S. sich an ihrem Arbeitsplatz mehrmals täglich auf die Zehenspitzen stellt, bekommen das nur aufmerksame Beobachter mit. Ihre Wippbewegungen sind kein Ausdruck angespannter Nerven oder gar Langeweile, sondern einfache Übungen, um die Venenpumpe in Gang zu halten. "Mittlerweile mache ich diese Bewegungen ganz automatisch, beispielsweise wenn ich Arbeiten erledige, bei denen ich länger auf einer Stelle stehen muss, einfach kurz zwischendurch", sagt die 38-Jährige. "Das Gefühl ständig müder Beine habe ich damit gut in den Griff bekommen." Für Menschen in Stehberufen sind "schwere Beine" eine der am häufigsten genannten Belastungen. Aber auch die Wirbelsäule und die Schultern werden durch Arbeiten im Stehen stark in Anspruch genommen.


Stehen ist doch gut, oder?

Im Stehen ist er Mensch wacher, konzentrierter und hat eine bessere Reaktionsfähigkeit. Daraus allerdings zu schließen, dass man ausschließlich stehen statt sitzen sollte, ist falsch. Ziel eines optimierten Arbeitsplatzes sollte es sein, eine Steh-Sitz-Dynamik in den Arbeitsalltag einzubauen.

Ist man in Bewegung, findet ein Zusammenspiel von Muskeln (besonders der in den Beinen und des Bauchraumes) statt, die sich zusammenziehen und entspannen. Dieser Ablauf wird auch Muskelpumpe genannt, das heißt das Blut in den Venen wird nach oben Richtung Herz gedrückt. Weil im Stehen kaum Beinmuskeln in Bewegung sind, arbeitet die Pumpe nicht und der Blutdruck im Beinbereich steigt an. Damit im Körper nun nicht zu viel Blut in die Beine sackt, müssen die feinen Muskeln und Nerven, die die Wände von Venen und Arterien umgeben, diesen Mangel ausgleichen. Bei ständiger Überlastung werden die Muskelfasern der Venen durch Bindegewebe ersetzt, die Vene dadurch erweitert und es bildet sich eine Krampfader. Ist der Stoffwechsel erst einmal gestört, kann sich im Gewebe außerdem Wasser ansammeln und Füße und Beine werden dick.

Auch die Bandscheiben, die zwischen den Wirbelkörpern liegen, werden bei Bewegung optimal mit Nährstoffen versorgt. Bei häufigem langen Stehen werden sie zusammengepresst, ungenügend versorgt und verschleißen schließlich.


Was erleichtert das Arbeiten im Stehen?

Lässt sich über einen längeren Zeitraum eine Tätigkeit im Stehen nicht vermeiden und kann auch nicht auf Stehhilfen zurückgegriffen werden, ist zudem der Boden hart und unelastisch, helfen kleinere gymnastische Übungen wie das oben beschriebene Auf- und Abrollen des Fußes auf die Zehenspitzen. Alleine das mehrmalige Zusammenziehen der Zehen im Schuh bringt Bewegung in die Blutzirkulation und sollte bei einseitigen Arbeitsabläufen öfter wiederholt werden. Eine weitere praktische Hilfe für Steharbeitsplätze sind spezielle Arbeitsplatzmatten (z. B. Noppenmatten), die eine weiche und elastische Dämpfung für Gelenke und Knochen bieten, damit den gesamten Muskelapparat entlasten und Ermüdungserscheinungen vorbeugen helfen. Ansonsten entlasten Stehhilfen, also erhöhte Sitzgelegenheiten, den Körper bei zu langem Stehen. Auch organisatorische Veränderungen sollten für Steharbeitsplätze unbedingt überprüft werden: ein Rotationsverfahren mit Kollegen aus anderen Arbeitsbereichen könnte eine Lösung sein, um einseitigen Belastungen vorzubeugen.

Nicht vergessen werden sollte das richtige Schuhwerk! Frauen sind sehr viel häufiger in klassischen Stehberufen anzutreffen. Sie befinden sich nicht selten im Konflikt, sich zwischen topmodischem Schuhwerk (das selten als Bequemschuh entworfen wird) und einem fußgerechten Komfortschuh zu entscheiden. Wer aufmerksam schaut, findet aber mit Sicherheit auch inen ansprechenden "Gesundheitsschuh", da bei diesem Schuhtyp in den letzten Jahren sehr viel mehr Wert auf modische Akzente gelegt wurde. Sind Sicherheitsschuhe am Arbeitsplatz erforderlich, gibt es auch hier keinen Grund, diese nicht zu tragen. Verschiedene Einlagen erlauben eine optimale Anpassung an die Arbeitsplatzgegebenheiten. Und auch bei Sicherheitsschuhen wird neben dem Tragekomfortutes Aussehen gelegt: von trendigen Sportschuhen sind die meisten Sicherheitsschuhe kaum noch zu unterscheiden.


Quelle BGFECorinna Kowald

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